STRANGPRESSVERFAHREN | EMERUS

STRANGPRESSVERFAHREN

Als Strangpressen bezeichnet man den Umformprozess von legiertem Aluminium in diverse Objekte für verschiedenste Anwendungen. Das Verfahren nutzt die einzigartige Kombination der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Aluminiums maximal aus. Selbst komplexe, unregelmäßige Formen können auf diese Weise hergestellt werden. Der Stempel drückt den vorgeheizten Pressbarren durch das formgebende Werkzeug und kommt am anderen Ende hinaus. Anschließend wird das gepresste Profil umgehend mittels Ventilatoren abgekühlt, damit das Aluminium fest wird. Das Profil besitzt nun die Form des Werkzeugs und ist bereit für die Weiterverarbeitung.

Die Hauptkategorien stranggepresster Profile sind:

  1. Vollprofile; einfache geometrische Formen ohne Hohlräume
  2. Hohlprofile; mit einer oder mehreren eingeschlossenen Flächen
  3. Halbhohlprofile; ohne vollständig eingeschlossene Flächen

Das Strangpressverfahren besteht aus den folgenden Schritten:

  1. Nach der Werkzeuganfertigung wird der Pressbarren aus legiertem Aluminium auf 500 °C erhitzt.
  2. Der Pressbarren wird danach zum Rezipienten geführt, Schmiermittel werden aufgetragen, um die Reibung mit Stempel und Presse zu vermindern.
  3. Der Stempel wird nun enormen Presskräften ausgesetzt und drückt den Pressbarren durch den Container und schließlich das Werkzeug.
  4. Um das Aufkommen von Oxiden zu verhindern, wird flüssiger oder gasförmiger Stickstoff durch das Werkzeug geführt. Dadurch erzielt man eine inerte Atmosphäre und verlängert die Lebensdauer des Werkzeugs.
  5. Das stranggepresste Profil, welches jetzt die Form des eingesetzten Werkzeugs hat, wird anschließend mithilfe von Ventilatoren rasch abgekühlt. Auf diese Weise wird der Strang gefestigt und es werden Verformungen durch das Eigengewicht vermieden.
  6. Nach der Abkühlung wird das Profil gereckt, dadurch wird es geebnet und zusätzlich gefestigt.
  7. Das nun abgekühlte und gefestigte Profil wird im Anschluss in die benötigte Länge gesägt.
  8. Der letzte Schritt ist der Prozess des künstlichen Alterns, dafür kommen die Profile in spezielle Öfen, in denen das Aluminium nochmals gefestigt wird.